Dämmstoffe im Vergleich

Aktualisiert am 28. Mai 2026

Bei der Dämmung von Wohngebäuden stehen verschiedene Materialklassen zur Auswahl. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Wärmeleitfähigkeit, sondern auch im Brand- und Feuchteverhalten, in der ökologischen Bilanz und in der Verarbeitung auf der Baustelle. Der folgende Überblick ordnet die gängigsten Produkte ein, ohne ein einzelnes als generell überlegen darzustellen – die passende Wahl hängt vom Bauteil und vom Bestand ab.

Anordnung verschiedener Mineralwolle-Dämmstoffe
Mineralwolle in unterschiedlichen Formaten. Bild: Wikimedia Commons.

Kennwert Wärmeleitfähigkeit

Der zentrale Kennwert eines Dämmstoffs ist die Wärmeleitfähigkeit, angegeben als Bemessungswert in Watt pro Meter und Kelvin (W/(m·K)). Je niedriger dieser Wert, desto dünner kann eine Dämmschicht bei gleicher Dämmwirkung ausfallen. In der Praxis werden Dämmstoffe in Wärmeleitfähigkeitsstufen eingeteilt, die auf den Produktverpackungen und in den Leistungserklärungen ausgewiesen sind.

Die wichtigsten Materialklassen

Mineralische Faserdämmstoffe

Glas- und Steinwolle gehören zu den am häufigsten eingesetzten Dämmstoffen. Sie sind nicht brennbar und werden in Gefachen, hinterlüfteten Fassaden und auf obersten Geschossdecken verwendet. Steinwolle weist zudem einen vergleichsweise hohen Schmelzpunkt auf, was sie im baulichen Brandschutz relevant macht.

Polystyrol (EPS und XPS)

Expandiertes Polystyrol (EPS) ist als Fassadendämmplatte im Wärmedämm-Verbundsystem weit verbreitet, weil es leicht und kostengünstig ist. Extrudiertes Polystyrol (XPS) nimmt kaum Wasser auf und wird daher dort eingesetzt, wo Feuchtigkeit eine Rolle spielt, etwa bei der Perimeterdämmung erdberührter Bauteile.

Holzfaser und Zellulose

Holzfaserplatten und Einblasdämmung aus Zellulose zählen zu den nachwachsenden Dämmstoffen. Sie werden häufig im Holzbau und bei der Sanierung von Fachwerk- oder Holzständerkonstruktionen eingesetzt und sind in der Lage, Feuchte zwischenzuspeichern und wieder abzugeben.

Worauf bei der Auswahl zu achten ist

  • Bauteil und Einbausituation (Fassade, Dach, Kellerdecke, Perimeter)
  • Anforderungen an Brandschutz und Schallschutz
  • Feuchteverhalten und Diffusionsoffenheit der Konstruktion
  • verfügbare Konstruktionsdicke und Anschlussdetails

Orientierung im Vergleich

MaterialklasseTypische AnwendungBrandverhalten
Mineralwolle (Glas/Stein)Gefach, Fassade, Geschossdeckenicht brennbar
EPSWärmedämm-Verbundsystemschwer entflammbar (je nach Ausrüstung)
XPSPerimeter, erdberührte Bauteileschwer entflammbar
Holzfaser / ZelluloseHolzbau, Innendämmung, Dachnormal bis schwer entflammbar

Die Tabelle dient der groben Orientierung. Die genaue Einstufung und der Bemessungswert ergeben sich aus der jeweiligen Leistungserklärung des Herstellers und sollten vor einer Maßnahme geprüft werden.

Nicht der Dämmstoff allein, sondern seine Eignung für das konkrete Bauteil und der fachgerechte Einbau bestimmen das Ergebnis.

Weiterführend

Wie Dämmstoffe konstruktiv in der Wand zusammenwirken und wo Wärmebrücken entstehen, behandelt der Beitrag Wandaufbau und Wärmebrücken. Den Ablauf einer Modernisierung im Bestand beschreibt Energetische Sanierung im Altbau.

Quellen

  1. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – energiewechsel.de
  2. Deutsche Energie-Agentur (dena) – dena.de
  3. Verbraucherzentrale – verbraucherzentrale.de